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Ecuador: Neues Gesetz stößt nicht auf Begeisterung

Regenwald in Ecuador (Foto: Geo schützt den Regenwald)
Regenwald in Ecuador (Foto: Geo schützt den Regenwald)

Mitte Juni hat das ecuadorianische Parlament Änderungen in der Bergbau-Gesetzgebung beschlossen. Zufrieden oder gar begeistert ist davon allerdings niemand.

Die Wirtschaft und Bergbau-Unternehmen beklagen die strengen Vorschriften, die von der Regierung auferlegt wurden. Sie würden ihnen das Geschäft  mit dem Kupferbergbau erschweren und vor allem für internationale Großkonzerne unrentabel machen. Zivilgesellschaftliche Gruppen, Umweltschutzorganisationen und die lokale Bevölkerung hingegen finden die Neuerungen schwach. Sie kritisieren, dass der Präsident und die Regierung wieder einmal sehr unternehmerfreundliche Vorschriften verabschiedet haben.

Die Crux mit dem Bergbau

Die vom Präsident Correa genannten Gründe, den Bergbau auch künftig verstärkt voranzutreiben, können sie nicht teilen: Correa verspricht sich vom Rohstoffabbau, allen voran von Kupfer, eine finanziell unabhängige und souveräne Entwicklung Ecuadors.
Einerseits wird der Einsatz von Quecksilber und anderen umweltschädlichen Chemikalien durch die verabschiedeten Neuerungen verboten, andererseits sind schnellere Genehmigungen der Lizenzen vorgesehen. Lokale Politiker, die auch auf das Wohlergehen ihrer Bevölkerung bedacht sind und nahe am täglichen Leben der Ecuadorianer dran sind, werden zwar an den Prozessen beteiligt. Sie können sich aber nicht gegen die Forderungen staatlicher Bergbau-Unternehmen stellen, die mit sehr ähnlichen Methoden arbeiten wie die internationalen Firmen.

Menschen kämpfen weiter

Seit mehr als 20 Jahren kämpfen die Menschen beispielsweise in der Intag-Region gegen den Bergbau. Auf der einen Seite schaffen sie Alternativen zu einer durch Bergbau ermöglichten Entwicklung und machen die Region durch Eco-Tourismus und Kaffeeanbau wirtschaftlich wertvoll. Auf der anderen Seite veranstalten sie Aktionen um die Weltöffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Auch Filmemacher haben die Bewegung begleitet: 2006 hat Malcolm Rogge den Widerstand der Bevölkerung in Junín im Intag-Gebiet im Film „Under Rich Earth“ dokumentiert. In der Folge wurde der kanadischen Firma 2008 die Lizenzen entzogen. Die Regenwälder gehören zu den artenreichsten Regionen der Welt, auch Biodiversität-Hotspots genannt, und haben damit eine große Bedeutung. Nicht nur für die Region und als Reichtum des Landes, sondern für die Entwicklung des globalen Klimas sowie eine weltweite nachhaltige Entwicklung.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. Die Berichte werden meistens von der Co-Autorin der regionalen Intag-Zeitung Mary Ellen Fieweger, die in der Region lebt, verfasst. So ist auch dies ein Auszug aus dem aktuellen Bericht, den sie uns vor einigen Tagen zu gesendet hat.

Ein Beitrag von Laura Welle, Unternehmenskommunikation LichtBlick


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