LICHTBLICKER

Rezepte aus dem LichtBlick-Regenwald

Die Küche im Intag-Gebiet ist äußerst vielseitig, Foto: Eva Danulat
Die Küche im Intag-Gebiet ist äußerst vielseitig, Foto: Eva Danulat

In der Vergangenheit haben wir oft über die hohe Artenvielfalt der Intag-Region, Ort unseres LichtBlick-Regenwaldprojektes, berichtet. Heute möchten wir uns den vielseitigen Obst- und Gemüsesorten widmen, aus denen die Bewohner leckere Gerichte zaubern. Das ein oder andere Gericht können die LichtBlicker mal zu Hause nachkochen.

Genussvielfalt dank Höhenunterschiede

Große Höhenunterschiede und die Nähe zum Äquator spielen auch bei der landwirtschaftlichen Vielfalt eine entscheidende Rolle. So wachsen vor Ort von Wärme liebende Bananen und Kakao bis hin zu Kälte liebenden Kartoffeln, Erbsen und Broccoli. Viele der regionalen Früchte- und Gemüsesorten sind dem europäischen Auge fremd, wie zum Beispiel die Yuca/Maniok und die Babacos (Berg-Papaya). Kaum zu finden sind Pflanzen, die es trocken mögen. Denn das Klima im Intag ist den größten Teil des Jahres über feucht.

Ein Wurzelgemüse für den Schokoladenkuchen

Ein besonderes Gemüse aus der Region ist die Zanahoria Blanca (Arracacia xanthorrhiza). Diese in den Anden beheimatete Wurzelknolle, auch Arrakacha genannt, gehört zur Familie der Karotten und ist dem europäischen Sellerie sehr ähnlich. Verwendet wird sie typischerweise für Suppen, als Kartoffelersatz. Im gekochten Zustand entwickelt sie einen unverwechselbaren Duft und ein Aroma, das als „leckere Mischung von Sellerie, Kohl und gerösteten Kastanien“ beschrieben wird. Zanahoria Blanca ist aufgrund ihrer speziellen Stärke so vielseitig, dass man damit sogar einen einzigartigen Schokoladenkuchen ohne Mehl backen kann. Ein guter Tipp, für alle die auf Weizen allergisch reagieren!

Tamales sind im Intag-Gebiet ein beliebtes Gericht, Foto: Eva Danulat
Tamales sind im Intag-Gebiet ein beliebtes Gericht, Foto: Eva Danulat

Die Sancocho-Suppe – ein Gedicht

Nutzt man die Zanahoria Blanca gemeinsam mit Maniok, Bohnen, frischem Mais und Kochbannen entsteht das wohl bekannteste Gericht der Intag-Region: die so genannte Sancocho-Suppe. Wenn verfügbar, peppen die Einheimischen das Gericht mit Hühner- oder Schweinefleisch auf. Aber auch ohne Fleisch ist die Suppe ein Gedicht. Und sättigend! Ein typischer zweiter Gang ist ein Teller mit Reis und Bohnen (wahlweise auch Erbsen oder Linsen) und Yuca mit Huhn, was einen kräftigen Energieschub verleiht.

Verheirateter Mais

Mais wird auf alle nur denkbaren Arten und Weisen zubereitet. „Mote“ ist beispielsweise ein Maisgericht, bei dem der Mais in Wasser eingeweicht wird. Durch das Hinzufügen von Holzasche, löst sich die äußere Hülse der Körner ab, sie werden zart und weich. Danach wird der Mais mehrere Stunden gekocht. Gemischt mit Bohnen, entsteht daraus das traditionelle Gericht „Mote Casado“ – übersetzt: Verheirateter Mote. Aus Mais werden auch gerne Tamales gemacht. Kleine in Maisblätter gewickelte Küchlein, die es in einer salzigen und süßen Variante gibt.

Aji – ein Muss für die ecuadorianische Küche

Die schafe Soße Ají, Foto: Eva Danulat
Die schafe Soße Ají, Foto: Eva Danulat

Die Tamarillo oder Baumtomate (Solanum betaceum) ist eine weitere Frucht aus den Anden, die sowohl roh als auch gekocht sehr gut schmeckt. Häufig wird sie für Säfte verwendet. Und gemischt mit Chili bereichert sie die in Ecuador allgegenwärtige scharfe Soße “Ají“.

Rezept für Ají

2 Tomaten
1 Bund frischer Koriander
½ Bund Frühlingszwiebeln
4 Chilischoten (mindestens)
1 Limone (den Saft daraus)

Die Tomaten würfeln. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Koriandergrün waschen und fein schneiden. Chilischoten in feine Ringe schneiden und alles mörsern, bis eine breiige Konsistenz entstanden ist. Limonensaft hinzufügen und vermengen.

Kaffee und Berg-Papaya – das Leben könnte nicht süßer sein

Nachspeisen spielen im Intag kaum eine Rolle, obwohl es eine Fülle von köstlichen Früchten gibt, wie zum Beispiel die Berg-Papaya (Carica pentagona). Kocht man sie 15 Minuten in Zuckersirup und gibt eine Prise Zimt hinzu, ist das die reinste Gaumenfreude. Verwendet man die Berg-Papaya zusammen mit oder anstatt Äpfeln in einem Kuchen, entsteht daraus ein außergewöhnliches Dessert. Trinkt man danach eine Tasse guten Intag-Kaffee, könnte das Leben nicht süßer sein!
Vielleicht konnten wir Sie neugierig machen und Sie haben Lust in Ihrer Küche mal was Neues auszuprobieren. Einige tolle Rezepte direkt zum Nachkochen finden Sie hier: http://www.food.com/recipes/ecuadorean?pn=4

Guten Appetit!

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Die Berichte veröffentlichen wir regelmäßig hier auf unserer Internetseite. So ist auch dies ein Auszug aus dem aktuellen Bericht, den uns Carlos Zorrilla, Leiter der lokalen Organisation DECOIN,  vor einigen Tagen zu gesendet hat.


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