LICHTBLICKER

Die LichtBlicker im Hintergrund

Die LichtBlick-IT-Abteilung meldet sich zu Wort (Autorin: J. Dumke)

Die IT ist bei LichtBlick eine der wichtigsten Abteilungen, Foto: LichtBlick
Die IT ist bei LichtBlick eine der wichtigsten Abteilungen, Foto: LichtBlick

Wer nun allein bei der Erwähnung einer solchen Abteilung unwillkürlich an drei lichtscheue Freaks denkt, die im Keller vor verstaubten Monitoren und verklebten Tastaturen sitzen, literweise Kaffee trinken, karierte Strickpullunder tragen und nichts von der Realität „da draußen“ mitkriegen, der liegt selbstverständlich falsch.

Das einzige, was eventuell stimmen mag, ist, dass wir den höchsten durchschnittlichen Pro-Kopf-Kaffeeverbrauch der Firma haben – müsste man mal nachprüfen. Das wäre dann aber auch schon alles. Wir sitzen in denselben Büroräumen wie alle anderen Hamburger LichtBlicker auch. Wir haben sogar Pflanzen! Und teilweise hängen tatsächlich – man glaubt es kaum – Bilder an unseren Bürowänden. Wir sind in der Lage mit der „Außenwelt“ zu kommunizieren, ohne dass unser Gegenüber ein Abkürzungsverzeichnis im Kopf und einen Informatik-Englisch-Kurs absolviert haben muss. Unsere Hauptbeschäftigung besteht keinesfalls darin, den lieben langen Tag starr auf den Bildschirm blickend auf die Tastatur einzuhämmern – IT ist heutzutage viel mehr.

Und: wir sind viele! Bei 50 bin ich irgendwann beim Zählen durcheinander gekommen. So viele? Da drängt sich die berechtigte Frage nach dem Warum auf. Vielleicht kann ich ein paar Antworten beisteuern.

 „LichtBlick-Standard“ – gibt’s das?

Alles selbst entwickeln – lohnt sich das? Riesige Inhouse-IT-Abteilungen braucht doch niemand mehr wirklich, oder? Warum der ganze Aufwand? Warum nicht einfach andere machen lassen und z.B. etablierte Standard-Software einkaufen? Die Antwort ist klar: Weil LichtBlick eben nicht „Standard“ ist. Das stellt sich an sehr vielen Ecken und Enden immer wieder heraus.

Wer als Frischling in der IT-Abteilung anfängt, steht ziemlich schnell vor der Frage, ob der Begriff „LichtBlick-Standard“ nicht eigentlich sowieso ein Widerspruch an sich ist. Der anfängliche kleine Schock, der im strukturabhängigen, in Standards denkenden Entwicklerhirn durch diese fast schon philosophische Frage ausgelöst wird, wandelt sich aber schnell in ein Jetzt-erst-recht!-Gefühl um. Herausforderung angenommen: es gibt keine Standard-Software, keinen Standard-Kunden, keine Standard-Abrechnung nichts von alledem. Letztendlich wäre das ja auch ziemlich langweilig. Standards können wir nur uns selbst bei der technischen Umsetzung setzen – aber fachliche Standards gibt es nicht.

 Das Ziel: Perfektes Zusammenspiel

Das ist nicht verwunderlich, wenn man allein die Komplexität der Themenbereiche bei LichtBlick betrachtet: Wir brauchen Systeme für die automatische Kommunikation mit Hunderten von Netzbetreibern, bei denen wir Verträge an- und ummelden, Zählerstände erfragen und melden, Netznutzungsentgelte abrechnen müssen; das Kundenmanagement braucht auskunfts- und handlungsfähige interaktive Verwaltungssysteme; der Sondervertragskunden-Vertrieb will systemgestützt Angebote erstellen und prüfen; Energiehandel und entsprechende Prognosesysteme sind sowieso eine Wissenschaft für sich; Abrechnungen für Kunden müssen erstellt werden; Buchhaltung und Controlling brauchen Systeme, die auch in  LichtBlick-Größenordnung noch komfortabel bedienbar sind; wir brauchen nicht nur Software für den Strom- und Gasbereich, sondern jetzt auch zur Abwicklung aller Prozesse rund um die neuen ZuhauseKraftwerke… Die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Und all diese Systeme müssen perfekt zusammen arbeiten, wie Zahnräder ineinander greifen.

Täglich gibt es neue Anforderungen und Ideen, immer wieder muss alles neu strukturiert, überdacht und umgebaut werden. Und das möglichst schnell und flexibel, denn schneller als der Rest zu sein, ist ein LichtBlick-Prinzip. Immer möglichst ein bis zwei Schritte vor allen anderen – das geht nur, wenn auch die IT-Systeme im Hintergrund das alles mitmachen.

IT und Anwender – 2 Parallelwelten?

Das wiederum funktioniert nur, wenn einerseits die Administratoren alles am Laufen halten und ständig auf den neuesten Stand bringen; und wenn andererseits beide Seiten – Anwender und Entwickler – dieselbe Sprache sprechen. Das klappt bei LichtBlick ziemlich gut. Wir kennen die Anwender eben nicht nur vom Telefon, sondern sind mittendrin. Der berüchtigte IT-Konferenzraum wird keineswegs nur für interne Entwickler-Meetings und technische Diskussionen genutzt – nein, hier kommen alle an einen Tisch, alle Abteilungen, das gesamte jeweils notwendige fachliche und technische Know-How aller betroffenen LichtBlicker. Sicherlich haben IT’ler in vielerlei Hinsicht eine andere Sicht auf die Welt als die Anwender, aber nur die richtige Mischung macht’s. Ohne die detaillierten fachlichen Hintergründe genau zu kennen oder zu analysieren und immer wieder neu zu hinterfragen, bräuchten wir gar nicht erst anfangen zu entwickeln. Andererseits haben wir IT’ler es schon geschafft, dass die Erwähnung von (Un)Worten wie „Projektspezifikation“ oder „Geschäftsprozess“ gegenüber den Fachbereichen nicht automatisch zu Augenrollen und Ohnmachtsanfällen führt oder Fluchtreflexe auslöst.

 Was macht die IT eigentlich den ganzen Tag?

Wobei wir auch schon bei den eigentlichen Aufgabenbereichen der IT-Abteilung wären: Das „Übersetzen“ von erarbeiteten Anforderungen in Programmcode nimmt letztendlich den geringsten Teil unserer Arbeitszeit ein. Nein, unsere Kernkompetenzen liegen im Prozess-, Projekt- und Innovationsmanagement. Kleine Insellösungen für jedes einzelne Problem zu schaffen, wäre wenig effektiv und würde auf lange Sicht zu Chaos führen. Neue Prozesse müssen sich gut in alle existierenden Prozesse einfügen, dabei können kleine Änderungen große Auswirkungen haben. Fachbereichsübergreifendes Denken ist wichtig: nicht jedes Problem muss von Grund auf neu analysiert werden, weil es an anderer Stelle vielleicht schon einmal aufgetreten und gelöst worden ist – vielleicht ist es manchmal sogar doch vertretbar, effektiver und kostengünstiger, eine Software einzukaufen? Das alles rechtzeitig zu erkennen, und Projekte auf Grundlage dieser Gesamtsicht und mit Blick auf firmenweite Geschäftsziele in die richtige Richtung zu planen und durchzuführen – das ist die Hauptaufgabe der LichtBlick-Entwickler.

Und damit alles rund läuft – sowohl in den Fachbereichen als auch bei den Entwicklern – brauchen wir natürlich auch die System- und Datenbank-Administratoren, die an dieser Stelle nicht vergessen werden dürfen. Dass ständig alle Datenbanken, Netzwerke, Telefone, PCs und Server problemlos laufen und dass immer die neueste Software auf jedem PC verfügbar ist, scheint manchmal zu einer Selbstverständlichkeit zu werden – das liegt aber nicht daran, dass sich das alles quasi von selbst erledigt und dann ohne weiteren Aufwand für immer funktioniert, sondern daran, dass im Hintergrund viele Administratoren ständig damit beschäftigt sind, diese Arbeitsbedingungen für alle LichtBlicker sicherzustellen.


Zurück zur Übersicht »

3 Kommentare

  • sprecht sagt:

    Liebe Frau Dumke,

    wie schön, dass Sie in Ihrer Einleitung mal mit Vorurteilen gegen uns IT’ler aufräumen. Sehr sympatisch 😉

    Liebe Grüße,
    Stefan Precht


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo, Frau Dumke ist im Urlaub, aber ich habe mich in der IT schlau gemacht: Alle Anschaffungen müssen natürlich genehmigt werden, aber das geht unbürokratisch. Software wird nach Praktikabilität eingesetzt, es muss nicht immer das Neuste sein. Ein Großteil der Software wird übrigens im Haus programmiert. Nachgerüstet wird nach Bedarf, also wenn ein Rechner defekt oder einfach zu langsam ist. Es gibt Tastaturbenutzer und Mausschubser – beides ist möglich. Und – das kann ich als Nicht-ITler bestätigen – unsere IT ist superschnell und hilfsbereit, wenn es mal hakt…


  • Michael Hartmann sagt:

    Hallo Frau Dumke,

    auch wenn der angegessene Apfel nicht mein Fall ist finde ich es schon interessant etwas aus dem Arbeitsleben der IT’ler einer anderen Firma zu erfahren. (Ich bin selbst einer.)

    Daher aus Neugier ein paar Fragen:
    Können Sie z. B. bei der Beschaffung eines neuen Rechners diesen selbst kaufen oder brauchen Sie für jeden Cent den Sie ausgeben vorher eine schriftliche Genehmigung vom Vorgesetzten?

    Nehmen Sie immer das Neueste, z. B. Windowsversion und wenn ja, sofort wenn’s am Markt ist oder nach Testphase?
    Und rüsten Sie in diesem Beispiel die gesamte Firma auf, oder nur für neue Rechner und die alten sofern es sich noch lohnt nach und nach?

    Gibt es bei Ihnen auch Tastaturbenutzer oder nur Mausschubser?

    Haben einen ständigen „Bereitschaftsdienst“ für die Kollegen aus anderen Abteilungen und müssen sich im „Idealfall“ auch schon mal um mehrere Leute gleichzeitig kümmern? (Weil jeder was von dringend-dringend erzählt.)

    Viele Grüße

    Michael Hartmann


Artikel kommentieren