LICHTBLICKER

Unermessliche Artenvielfalt im Regenwald

Seit mehr als zehn Jahren schützen wir Regenwaldflächen in Ecuador – pro Kunde und Monat stellen wir einen Quadratmeter unter Schutz. Regelmäßig berichtet Carlos Zorrilla von DECOIN, unserem Partner vor Ort, über Aktuelles aus der Intag-Region. Diesmal geht es um den „Tag der Artenvielfalt“.

Artenvielfalt ist bedroht

Seien Sie ehrlich: Wie viele von Ihnen wussten, dass die Welt am 22. Mai den Internationalen Tag der Artenvielfalt feiert? Mich würde es überraschen, wenn mehr als zehn Prozent der Leser dieses Beitrags davon gewusst hätten. Dabei steckt die Artenvielfalt auf der Erde wahrhaftig in einer Krise. Laut einer aktuellen Studie ist beispielsweise jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht. Bei den Amphibien und Säugtieren sieht es noch schlechter aus: Schätzungsweise ein Drittel der Amphibien und ein Viertel der Säugetiere sind gefährdet. Unter den zahlreichen Ursachen finden sich Klimawandel und unkontrollierte Abholzung, Ausweitung der Landwirtschaft und Verschmutzung, Verbreitung invasiver Arten und Überfischung der Meere. An Orten wie Intag stellt der Bergbau eine große Bedrohung dar. Das fehlende Bewusstsein für die Krise der Artenvielfalt ist schlimm. Es liegt daran, dass der Mensch davon ausgeht, das einzige Lebewesen zu sein, das ein unbegrenztes Recht auf die Nutzung der Ressourcen der Erde besitzt und, dass es keine Konsequenzen hat, wenn wir die Ressourcen gnadenlos ausbeuten.

Eine Frage des Gleichgewichts

Was bedeutet das für Sie und mich? Nun, wer möchte schon in einer biologisch verarmten Welt leben? Die biologische Vielfalt ist essentiell für das Leben schlechthin. Um mein Haus in der Intag-Region herum leben 22 Arten von Kolibris. Die Vielfalt an Arten bringt aber mehr als nur Freude und Schönheit in unser Leben: Sie ist die Grundlage für das Leben. Denn je vielfältiger Systeme sind, desto stabiler sind sie, und desto besser können sie Bedrohungen wie den Klimawandel überwinden.

Artenvielfalt zeigt sich ganz unterschiedlich - wie hier in einer Vielzahl von Farnen, Foto: Carlos Zorrilla
Artenvielfalt zeigt sich ganz unterschiedlich – wie hier in einer Vielzahl von Farnen, Foto: Carlos Zorrilla

Ein biologischer Segen

Ich bin ein vom Glück verwöhnter Mensch. Und das beruht zum größten Teil auf der Tatsache, dass ich in einem der biologisch vielfältigsten Gebiete der Erde lebe. Vor ein paar Tagen ging ich zu einem nahegelegenen Wasserfall. Er ist nur 15 Gehminuten von meinem Haus entfernt. Zehn Minuten davon führen über einen öffentlichen Weg. Mir fielen die zahlreichen Farne entlang der Wegstrecke ins Auge. Und ich begann, Proben der Farnblätter einzusammeln, um eine bessere Vorstellung von der Zahl der Arten zu bekommen. Ich bin wirklich kein Farn-Spezialist, doch das Ergebnis war erstaunlich: Auf dem Foto sehen Sie die etwa 30 verschiedenen Arten, die ich gefunden habe! Und diese Zahl berücksichtigt noch keinen der Farne, die als Aufsitzerpflanzen auf Baumstämmen wachsen, auch nicht die in unserer Region verbreiteten Baumfarne. Selbst in den Tropen gibt es nur wenige Regionen, die eine solch große Vielfalt an Farnen aufweisen wie die Nebelwaldregion im Westen von Ecuador, in der ich lebe und arbeite. Ähnliches gilt auch für die Orchideen: In Ecuador wachsen über 4.000 Orchideen-Arten – mehr sogar als in dem 30 Mal größeren Brasilien!

Diese Umgebung ist der Grund, weshalb ich glücklich bin, die Arbeit zu tun, die ich tue. Meine Aufgabe ist die Bewahrung der phantastischen Wälder der Intag-Region. Und ich möchte jedem einzelnen LichtBlick-Kunden danken. Denn Sie haben es uns, den Gemeinden und lokalen Regierungen ermöglicht, mehr als 8.000 Hektar Wald in Intag zu bewahren – mit all seiner Artenvielfalt und hunderten von bedrohten Arten.

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Mehr zum LichtBlick Regenwald-Projekt finden Sie auf unserer Webseite.


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