LICHTBLICKER

Appell aus dem Regenwald zum Weltwassertag

Seit mehr als zehn Jahren schützen wir von LichtBlick gemeinsam mit unseren Kunden Regenwald-Gebiete in Ecuador. Regelmäßig berichtet Carlos Zorrilla, unser lokaler Ansprechpartner für unser Regenwaldschutz-Projekt in Ecuador, über aktuelle Themen und Ereignisse aus dem Intag-Gebiet. Diesen Monat berichtet er aus aktuellem Anlass über den alljährlichen Weltwassertag und dessen Bedeutung.

Heute ist Weltwassertag - vor allem in den Regenwäldern ist der Schutz des Wassers wichtig für den Erhalt des gesamten Ökosystems, Foto: Carlos Zorrilla
Heute ist Weltwassertag – vor allem in den Regenwäldern ist der Schutz des Wassers wichtig für den Erhalt des gesamten Ökosystems, Foto: Carlos Zorrilla

Heute ist Weltwassertag

In diesem Jahr wird der Weltwassertag der Vereinten Nationen am 22. März wegen der Wasserknappheitskrise, die die vier Millionen Einwohner Kapstadts so schwer getroffen hat, vermutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als in früheren Jahren. Anstatt jedoch die notwendigen Lehren über die Zerbrechlichkeit dieses unverzichtbaren Guts zu ziehen, werden die meisten Einwohner von Kapstadt in einigen Monaten wahrscheinlich die Krise vergessen und ihre verschwenderischen Konsumgewohnheiten wieder aufnehmen. Und das gilt nicht nur für die Stadtbewohner, sondern auch für die Bauern, Viehzüchter, Brauereien, Bergbauunternehmen und alle anderen Unternehmen.

Falsche Reaktionen

Die wahrscheinlichste Reaktion auf die Krise wird sein, größere Staudämme zu bauen oder Hunderte Kilometer entfernte Flüsse anzuzapfen. Der Bau teurer Entsalzungsanlagen wird ebenfalls ernsthaft in Betracht gezogen. Die Regierung wird vermutlich auch Hausbesitzer und Unternehmen zwingen, wassersparende Geräte zu installieren, sofern sie es nicht bereits getan haben. Landwirte und Viehzüchter, die weltweit für 70 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich sind, werden vermutlich gezwungen sein, neue Technologien einzusetzen, um ihren Verbrauch deutlich zu reduzieren. All diese Maßnahmen, wie gut sie auch gemeint sein mögen, sind aber unzureichend.

Blick auf die Natur

Das Motto des diesjährigen Weltwassertags lautet: „Natur für Wasser“ – naturbasierte Lösungen für die Wasserprobleme finden, denen wir im 21. Jahrhundert gegenüber-stehen.  Um es mit den Worten der UNO zu sagen: “Umweltschäden, zusammen mit dem Klimawandel, treiben die Wasserkrisen, die wir auf der ganzen Welt sehen, voran. Überschwemmungen, Dürre und Wasserverschmutzung werden durch degradierte Vegetation, Böden, Flüsse und Seen verschlimmert.“
Die UNO hat es in diesem Jahr richtig gemacht. Denn degradierte Ökosysteme tragen die Hauptschuld an der Wasserknappheit, neben Überbevölkerung und verschwenderischem Konsum. Kaputte Ökosysteme können keine Überschwemmungen oder Dürren ver-hindern oder Gewässer sauber halten. Was die UNO jedoch nicht vertieft hat ist die Rolle, die wir alle spielen, um diese Systeme mit unseren unhaltbaren Lebensstilen zu brechen. Es ist auch das Problem, das die Regierungen nicht angehen wollen.

Intag und Wasser

Im Intag-Gebiet konnte degradierte Flächen in produktive Ökosysteme umgewandelt werden, die jetzt das Trinkwasser der Intag-Bewohner sichern, Foto: Carlos Zorrilla
Im Intag-Gebiet konnte degradierte Flächen in produktive Ökosysteme umgewandelt werden, die jetzt das Trinkwasser der Intag-Bewohner sichern, Foto: Carlos Zorrilla

Zweifellos ist die Entwaldung eine der wichtigsten menschlichen Aktivitäten, die den Zusammenbruch der Ökosysteme verursacht. Im Intag arbeitet DECOIN mit LichtBlick und „GEO schützt den Regenwald“ zusammen, um die einzigartigen Nebelwälder der Region zu erhalten. Durch den Erhalt von Wassereinzugsgebieten und den Schutz der Artenvielfalt leisten wir unseren Beitrag zur Bewältigung der Wasserkrise. Wir haben selbst degradierte Flächen in produktive Ökosysteme umgewandelt, die jetzt das Trinkwasser der Intag-Bewohner sichern. Dabei ist es uns sogar gelungen, die Verbindung zwischen gesundem Wald und sauberem Wasser in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Nebelwald und Elektrizität

Es stellt sich heraus, dass der Erhalt des Nebelwaldes auch bei der Versorgung der welt-weiten Wasserkraftwerke mit sauberem Wasser eine wichtige Rolle spielt. Wie der Forschungsleiter von Conservation International vor kurzem sagte: „…Nebelwälder filtern rund 50 Prozent des verfügbaren Oberflächenwassers, das zu den Staudämmen fließt”. Projekte wie unseres sind also auch der Schlüssel zur Produktion von Wasserenergie!

Konzentrieren wir uns daher mehr darauf, Wasserknappheit und andere Umweltprobleme zu vermeiden, indem wir die Ökosysteme gesund erhalten! Es ist trotzdem viel einfacher für eine Regierung, ihren Bürgern zu sagen, dass sie beim Zähneputzen den Wasserhahn abdrehen sollen, als sie zu bitten, damit aufzuhören, Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen. Die Wurzel des Wasserproblems liegt in der weltweiten kriminellen Entwaldung, die perfekt funktionierende Ökosysteme in Ölpalmen-Wüsten verwandelt; Weiden für mehr CO2-ausstoßende Rinder schafft und für immer mehr Tagebau, um den verrückten und nicht nachhaltigen Lebensstil der Reichen und Bequemen auf der ganzen Welt zu füttern.

 

Jeden Monat senden uns unsere Kooperationspartner von „Geo schützt den Regenwald e.V.“ einen aktuellen Bericht zur Lage in unserem gemeinsamen Regenwaldprojekt zu. Mehr zum LichtBlick Regenwald-Projekt finden Sie auf unserer Webseite.


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