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15 Jahre Strommarktliberalisierung – wo stehen wir heute?

LichtBlick_Logo_15JahreHeute tummeln sich mehr als 1.100 Stromversorger auf dem deutschen Markt und jeder Verbraucher kann in seiner Region aus zahlreichen Anbietern einen Tarif wählen. Vor 1998 sah das ganz anders aus.

Acht große Energieversorger (die sich nach der Liberalisierung zu den vier großen Eon, RWE, EnBW, Vattenfall zusammenschlossen) teilten sich den deutschen Strommarkt. Die Kunden hatten nicht die Wahl, sich ihren Anbieter auszusuchen, sondern waren an Grundversorger gebunden. Mit der Liberalisierung kamen die Wahl- bzw. Wechselfreiheit und eine Masse kleinerer, bundesweit oder regionalbegrenzter Energielieferanten strömte auf den Markt. Die Vorteile, die dadurch für Kunden entstanden, waren nur ein Nebenprodukt. Denn im Fokus der Liberalisierung stand eigentlich der reibungslose Elektrizitätshandel zwischen den EU-Mitgliedsstaaten.

Neue Anbieter drängen auf den Markt – LichtBlick seit Beginn dabei

Zu Beginn der Liberalisierung Ende der 1990er etablierten sich erste kleinere Energielieferanten auf den Markt, um 2002 waren es rund 600. LichtBlick zählte zu den ersten, die die Öffnung des Marktes nutzten, und die zugleich Strom aus erneuerbaren Energien einer breiten Masse zugänglich machten. Nur fünf Jahre nach der Gründung, 2003, belieferten wir bereits 100.000 Kunden mit Ökostrom. Doch viele der Emporkömmlinge hatten in den ersten Jahren der Liberalisierung mit vielen Regulierungen und Hürden am Markt zu kämpfen, und verschwanden relativ schnell.

Der Kampf für mehr Transparenz

Seit 1998 ein LichtBlick am Strommarkt - damals noch mit einem anderen Logo, Foto: LichtBlick
Seit 1998 ein LichtBlick am Strommarkt – damals noch mit einem anderen Logo, Foto: LichtBlick

Erst mit der erweiterten Zuständigkeit der Bundesnetzagentur auch für Energie ab 2006 war ein wirklicher Wettbewerb möglich. LichtBlick hat dazu einen großen Beitrag geleistet: Als Mitbegründer des Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) haben wir uns seit 2002 massiv für fairen Wettbewerb eingesetzt. Es hat drei Jahre gedauert, bis wir gegen den Widerstand der Konzerne vor dem Bundesgerichtshof mehr Transparenz bei den Gebühren für das Stromnetz erstritten haben.
Der Wettbewerb hat jedoch auch schwarze Schafe hervorgebracht – mit Vorauskasse, Strompaketen und unseriös niedrigen Preisen werben sie Kunden für sich, die dann entweder von horrenden Nachzahlungen überrascht werden oder bei einer Pleite des Anbieters sogar zum teuren Grundversorger zurückwechseln müssen. LichtBlick konnte in all den Jahren mit transparenten und fairen Preisen bei den Kunden punkten und sich so nicht nur am Markt behaupten, sondern ist heute der Marktführer im Bereich Ökostrom.

Ökostrom-Anteil wächst – doch Augen auf bei Anbieterwahl

Nach wie vor beherrschen zwar die vier großen Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall mit rund 80 Prozent den Strommarkt in Deutschland. Dennoch haben die Kunden pro Postleitzahlengebiet die Wahl aus durchschnittlich 125 Energieversorgern. Erfreulich ist, dass vor allem die Zahl der Ökostrom-Kunden in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist.

LichtBlick-Strom ist TÜV-geprüft, Siegel: TÜV Nord
LichtBlick-Strom ist TÜV-geprüft, Siegel: TÜV Nord

Doch hier lohnt sich ein genauer Blick: Der starke Anstieg der Ökostrom-Nutzer beruhte nach Angaben der Fachzeitschrift „Energie & Management“ in 2012 im Wesentlichen darauf, dass einige Stadtwerke ganze Kundengruppen komplett auf grüne Tarife umgestellt haben. Mit anderen Worten: Diese Verbraucher wechselten zu Ökostrom, ohne es zu wissen. Dass die Energieversorger noch immer vor allem Kohle- und Atomstrom verkaufen und oft einen enormen Anteil ihrer Gewinne in neue Kohlekraftwerke investieren, bleibt dabei häufig unerwähnt. Der Verbraucher sollte sich daher genau über seinen Energielieferanten und die Stromqualität informieren, bevor er wechselt. Prüfsiegel wie das ok-power-Label oder das TÜV-Siegel belegen, dass das Ökostromprodukt einen echten Umweltnutzen entfaltet – so wie LichtBlick-Strom.

Konsolidierung des Marktes

Die Vielzahl an Stromversorger und der zum Teil erbitterte Preiskampf bringen es mit sich, dass nach den Jahren der Anbieter-Schwemme eine Konsolidierung einsetzt. Es gibt verschiedenste Tarife und unterschiedlichste Geschäftsmodelle. Doch schauen wir uns einmal die überregionalen Anbieter genauer an: Die Discounter – sie locken mit günstigen Angeboten und sind daher gezwungen, unrentabel zu arbeiten. Die Pleiten der vergangenen Jahre wie beispielsweise bei Teldafax und Flexstrom haben das gezeigt. Die Stadtwerke mit ihren bundesweiten Tarifangeboten – sie konzentrieren sich allmählich wieder auf ihr lokales Kerngeschäft, in dem sie ihre Stärken ausspielen können. Die Tochtergesellschaften der großen Konzerne – sie sind ähnlich wie die Discounter aufgrund ihrer günstigen Tarife unwirtschaftlich und bestehen nur, da sich die Konzerne diese Preisstruktur (noch) leisten können.

Die echten Ökostromanbieter

Am Ende bleiben vor allem die vier großen Ökostromanbieter LichtBlick, Naturstrom, Elektrizitätswerke Schönau und Greenpeace Energy, deren Geschäftsmodell solide aufgebaut ist und ein bundesweites Angebot ermöglicht. Der Strommarkt befindet sich daher in einer Konsolidierungsphase, die noch länger anhalten wird.
Für LichtBlick ergibt sich aus der Marktveränderung auch eine Wachstumschance. Im letzten Jahr haben wir die Stadtwerke-Vertriebsmarken Clevergy und DRIFT übernommen. Denn aufgrund der soliden Preisstruktur aber auch der konsequenten Ausrichtung auf den Massenmarkt kann LichtBlick auch kurzfristig die Versorgung größerer Kundengruppen sicherstellen.

ZuhauseKraftwerke: Ein Baustein für die Energieversorgung von morgen, Foto: LichtBlick
ZuhauseKraftwerke: Ein Baustein für die Energieversorgung von morgen, Foto: LichtBlick

Investoren der Energiewende

Bei LichtBlick werden die Kunden selbst zu Investoren in Lösungen für die Energiewende. Wir haben mit SchwarmStrom ein Konzept entwickelt, das nicht nur die Energieversorgung von morgen sichert, sondern an dem sich auch jeder Bürger im Einzelnen beteiligen bzw. von dem er profitieren kann. Es sieht vor, dass viele kleine, dezentrale Kraftwerke, wie Photovoltaikanlagen oder ZuhauseKraftwerke, vernetzt und intelligent gesteuert werden, um so die Schwankungen bei den Erneuerbaren Energien auszugleichen und zugleich alte, konventionelle Großkraftwerke abschalten zu können. So sichern wir gemeinsam mit unseren Kunden eine stabile und saubere Energie der Zukunft.

Wechseln in 5 Minuten

Die Strommarktliberalisierung hatte erheblichen Einfluss auf die Energiewende und hat es zugleich den Verbrauchern ermöglicht, selbstbestimmt zu entscheiden, welchen Strom sie nutzen möchten. Doch immer noch haben rund 44 Prozent der Verbraucher einen meist sehr teuren Vertrag bei ihrem Grundversorger. Ein Wechsel zu einem anderen Stromanbieter kann im Jahr deutlich mehr als 100 Euro Ersparnis bringen. Neben dem Preisargument sollte das Unternehmen insgesamt überzeugen. Wir von LichtBlick haben beispielsweise in unseren AGB verankert, dass wir für jeden Kunden mindestens einen Quadratmeter Regenwald unter Schutz stellen. Inzwischen sind es mehr als 4.700 Hektar. Und der Wechsel ist ganz einfach.


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