Erneuerbare Energien

In Deutschland sind die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist im Jahr 2016 erneut gewachsen und ihr Anteil am Brutto-Stromverbrauch beträgt nach Angaben der Agora Energiewende nunmehr rund 32,3 Prozent. Die Energie wird hauptsächlich aus Windkraft (On- und Offshore), Biomasse, Solarenergie und Wasserkraft erzeugt.

Windkraft

Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil der erneuerbaren Energien in Deutschland, Foto: PantherMedia
Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil der erneuerbaren Energien in Deutschland, Foto: PantherMedia

Die Windenergie macht in Deutschland den größten Anteil bei den erneuerbaren Energien aus. Dabei wird zwischen On- und Offshore-Anlagen unterschieden.
Mit einem Strommixanteil von rund 11 Prozent machen die Onshore-Windanlagen – also Windräder, die an Land installiert sind – heute fast die Hälfte des gesamten erneuerbaren Stroms in Deutschland aus. Im Jahr 2015 produzierten 25.980 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von rund 41 Gigawatt erneuerbaren Strom. Hinzu kommt die Windenergie-Erzeugung aus den Offshore-Anlagen, den Windkraftanlagen, die im Meer Strom erzeugen. In Deutschland wurden bis Ende 2016 etwa 4,1 Gigawatt Offshore-Windstrom ans Netz gebracht. Die aktuellen Pläne der Bundesregierung sehen etwa 15 GW bis 2030 vor. Die Offshore-Anlagen sind in Deutschland nicht unumstritten – der Ausbau ist sehr kostenintensiv, wodurch die Anlagen wieder in Hand großer Konzerne sind, im Gegensatz zu vielen Windparks an Land, die zum Teil in Hand von Bürger-Energiegenossenschaften sind.

Solarenergie

Solarenergie wird in Deutschland vor allem von privaten Haushalten ausgebaut, Foto: PantherMedia
Solarenergie wird in Deutschland vor allem von privaten Haushalten ausgebaut, Foto: PantherMedia

Der Ausbau der Solarenergie wird in Deutschland vor allem von den Bürgern getragen. Mehr als 1,53 Millionen Photovoltaik-Anlagen wurden bis Ende 2015 installiert. Die Mehrzahl davon auf Dächern von Privathäusern. Die PV-Anlagen hatten eine installierte Leistung von 39,7 GWp und erzeugten 38 TWh. Damit konnte der Strombedarf von 10 Millionen Haushalten gedeckt werden.
In Deutschland stürzten die Stromkosten großer Solarkraftwerke allein zwischen 2005 und 2014 um etwa 80 Prozent regelrecht ab – von 43 auf 8,7 Cent pro Kilowattstunde. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Bis 2025 soll die Kilowattstunde Solarstrom aus großen Anlagen in Europa nur noch zwischen 4 und 6 Cent kosten. Bis zur Jahrhundertmitte wird der Preis noch einmal auf 2 bis 4 Cent sinken.
Der Ausbau der Solarenergie für Freiflächenanlagen wird mit Beschluss der Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) von 2014 über Bieterverfahren geregelt.

Biomasse

Bioenergie wird in Deutschland aus Energiepflanzen, Holz oder Reststoffen wie z.B. Stroh, Biomüll oder Gülle gewonnen. Sie ist unter den erneuerbaren Energie besonders vielseitig einsetzbar: Sowohl Strom, Wärme als auch Treibstoffe können aus fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse gewonnen werden. 2013 wurden insgesamt 47,8 Milliarden Kilowattstunden Strom, 117 Milliarden kWh Wärme sowie 3,4 Millionen Tonnen Biokraftstoffe erzeugt.

Wasserkraft

In Deutschland war Wasserkraft lange Zeit die bedeutendste regenerative Energiequelle. Seit 2004 hat Wind sie abgelöst. Im Jahr 2015 erzeugten Wasserkraftanlagen 19,3 Milliarden Kilowattstunden Strom. Weltweit ist Wasserkraft nach der traditionellen Biomassenutzung die am meisten genutzte erneuerbare Energiequelle.


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