Zu einem entspannten Wochenende gehört für mich die Lektüre der aktuellen „Zeit“ – mir gefällt, dass hier verschiedenste Themen aufgeworfen und ihre Hintergründe intelligent beleuchtet werden. An diesem Wochenende hatte ich genügend Zeit, um die Wochenzeitung ausführlich zu lesen. So bin ich auf einen sehr lesenswerten Kommentar von Fritz Vorholz aufmerksam geworden, der die aktuelle Situation nach der Verabschiedung des Energiekonzepts sehr prägnant darstellt – so gut, dass ich ihn in unser Blog stelle.

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Als „epochal“ und als eine „Revolution“ wird der „Atomkompromiss“ vom Wochenende durch die Spitzenpolitiker der schwarz-gelben Regierung gepriesen. In Wahrheit ist es ein noch nie dagewesener Durchmarsch der Atomlobby von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall und ein energiewirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Rückschlag ohne Gleichen.

Die Sicherheit spielt keine Rolle mehr

Sämtliche Sicherheitsdiskussionen spielen keine Rolle mehr, sie sind vom Tisch. Was hat Umweltminister Röttgen alles an Nachrüstungen gefordert und in Aussicht gestellt? Die AKWs sollten gegen Terroranschläge und Flugzeugabstürze gesichert und nachgerüstet werden. Die Abschaltung von bis zu vier der ältesten Reaktoren wurde als Preis für eine Laufzeitverlängerung vom BMU gefordert. Nichts ist davon geblieben. Sicherheitsaspekte kommen im Atomdeal nicht mehr vor.

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Professor Olav Hohmeyer

Professor Olav Hohmeyer

Professor Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg ist Autor der Studie „2050. Die Zukunft der Energie.“, die LichtBlick heute in Berlin veröffentlicht. Er gehört dem Umweltrat der Bundesregierung an und ist Mitglied des UN-Weltklimarats. Wir haben mit ihm über die Ergebnisse seiner Studie gesprochen.

Ab wann kommt aus den Steckdosen der Deutschen nur noch Ökostrom?

Hohmeyer: Wenn wir wollen, ab 2030. Da viele konventionelle Kraftwerke aber noch einige Zeit laufen, verlangsamt sich der Ausbau der erneuerbaren Energien. Darum werden wir erst Mitte des Jahrhunderts vollständig umstellen.

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Heute ist in der Financial Times ein Kommentar  mit dem Titel “die Atomfarce” (Autor: Andreas Theyssen) erschienen. Der Kommentar bringt nicht nur die Absurdität der momentanen Atomdebatte exakt auf den Punkt, sondern ist auch eine reine Lesefreude. Daher ist er heute unser Lesetipp!

Der Anfangssatz hier schonmal als Vorgeschmack:  “Ein uns lieb gewordenes Erdenwesen ist in Gefahr. Es ist meist knuddelig rund, schmutzt nicht – zumindest nicht so, dass man es sieht -, und sieht einfach strahlend schön aus. Zu finden ist es oft in landschaftlich reizvoller Umgebung, und vor allem ist es nützlich wie die gemeine Milchkuh: Es gibt Strom.”

Der FTD-Kommentar: die Atomfarce