Fast 10 Monate nach der Katastrophe von Fukushima sind zwei Beobachtungen hier im Blog erwähnenswert: Erstens ist festzustellen, dass die etablierte Energiewirtschaft sich “gefangen” hat. Die Koalition aus den Großen und einschlägigen Kräften im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) steht wieder. Das Entsetzen über die schnellen Entscheidung der Bundesregierung, aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg wieder auszusteigen (oder einfacher: die Fehlentscheidung des Herbstes 2010 zu korrigieren) ist verarbeitet.

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Alle fünf  Wochen stehe ich als Mitherausgeber dem unabhängigen Onlinemagazin www.klimaretter.info Frage und Antwort zu Energiepolitik und Klimawandel. Mit dazu gehört auch immer die Frage nach der “Überraschung der Woche”. Hier das aktuelle Interview.

Herr Lücking, Siemens kommt nach Hamburg, um hier seine Windkraftsparte zu konzentrieren. Der Konzern will drittgrößter Windkrafthersteller der Welt raus. Sie haben als Hamburger Kaufmann Lichtblick bereits zum größten Ökostromanbieter Deutschlands geführt: Irgendeinen Tipp an die neuen Nachbarn?

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LichtBlick-Aktion gegen Atomkraft. Der Atomstrom wird nicht mehr benötigt

Die Horrorszenarien der Atomlobby vom möglichen Blackout nach dem Atomausstieg werden nicht eintreffen. Denn auch nach dem Aus für die ersten acht der 17 deutschen Atomkraftwerke erzeugt Deutschland mehr Strom, als es verbraucht. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach hat Deutschland im ersten Halbjahr 2011 vier Milliarden Kilowattstunden Strom zuviel produziert. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 1,4 Millionen Haushalten.

Nach Angaben der Behörde hat Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwar 23,9 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Europa eingeführt. Gleichzeitig wurden aber 27,9 Milliarden Kilowattstunden in das europäische Stromnetz eingespeist.

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Ein Panorama wohlfeiler Argumente gegen die Energiewende spannt heute das Handelsblatt als Titelgeschichte auf (Wer bezahlt den Atomausstieg?) Da wird auf einer Doppelseite in einem Dutzend Leserbriefe viel Richtiges und weniger Richtiges angeführt. Vor allem aber analysiert die Redaktion auf einer weiteren Doppelseite, wen die Kosten der Energiewende treffen: Aktionäre der Energiekonzerne, Stromkunden und Steuerzahler. Die Zusammenstellung der Argumente bleibt allerdings sehr lückenhaft und gerät dadurch zum Versuch, aus finanzieller Vernunft heraus Stellung gegen den Atomausstieg zu beziehen.

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In manchen Passagen erinnert der neue Dokumentarfilm “Unter Kontrolle” von Volker Sattel an Stanley Kubricks Meisterwerk “2001: Odyssee im Weltraum”. In ruhigen, wuchtigen Bildern hat der Regisseur – lange vor Fukushima – den Alltag in deutschen Atomkraftwerken festgehalten. Es ist eine fremde, teils überraschend banale, oft aber befremdliche Welt.

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Am kommenden Montag übergibt die Reaktorsicherheits-Kommission ihren Prüfbericht an Umweltminister Röttgen. Werden die Experten empfehlen, die sieben vom Moratorium der Bundesregierung betroffenen Meiler – und vielleicht auch weitere AKWs – endgültig vom Netz zu nehmen? Wir haben die Bundesbürger gefragt, wie sie die Sicherheit der Atommeiler einschätzen. Das Resultat: 92 Prozent halten einen Austritt von Radioaktivtät für möglich.

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Ist bei Ihnen diese Woche das Licht ausgegangen? Nein? Seit Montag sind nur noch 6 der 17 deutschen AKWs am Netz. Denn neben den ohnehin durch das Moratorium zwischenzeitlich stillgelegten Altmeilern werden derzeit weitere Kraftwerke routinemäßig überprüft. Nur noch 10 statt der üblichen 23 Prozent des deutschen Stromes wird derzeit atomar erzeugt. Eigentlich müsste – glaubt man der jahrelangen Panikmache der Atomfreunde – ständig der Strom ausfallen. Doch das ist nicht passiert. Selbst die Preise an der Strombörse entwickelten sich diese Woche moderat. Wäre Strom knapp, würden die Preise in die Höhe steigen.

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Onlinemagazin zur Energie- und Klimawende

Onlinemagazin zur Energie- und Klimawende

Alle fünf  Wochen stehe ich als Mitherausgeber dem unabhängigen Onlinemagazin www.klimaretter.info Frage und Antwort zu Energiepolitik und Klimawandel. Mit dazu gehört auch immer die Frage nach der “Überraschung der Woche”. Hier nun das Interview vom vergangenen Samstag in voller Länge:

1. Ein historischer Tag für Deutschland: Am Dienstag produzierten solare Kraftwerke zum ersten Mal mehr Strom als die Atomkraftwerke. Werden wir das jetzt häufiger erleben?
Das hoffen wir. Atomstrom ist unverantwortbar. Es ist unfassbar, dass es erst soweit kommen musste.

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Als Maß für die Verantwortbarkeit der Kernkraft wird gemeinhin das Restrisiko heran gezogen. Die Befürworter bewerten das Restrisiko als so gering, dass sie im Rahmen ihres Abwägungsprozesses zu dem Schluss kommen, dass die kurzfristigen Vorteile der friedlichen Nutzung der Kernenergie deutlich etwaige Restrisiken überwiegen. Sie halten die Kernkraft für verantwortbar. Was Restrisiko dabei aber im Detail bedeutet, haben sie sich offenbar nicht im Detail vor Augen geführt.

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Das Anti-Atom-Bündnis Campact hat einen Aufruf gestartet, den Sie hier unterzeichnen können:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,

wir sind fassungslos und entsetzt über die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Ziehen Sie daraus Konsequenzen: Machen Sie die Laufzeitverlängerung rückgängig und schalten Sie Atomkraftwerke ab – jetzt und endgültig!

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